Mittwoch, 15. Juli 2009

Jurek Becker: Bronsteins Kinder

Damals 1973 lebte Hans zusammen mit seinem Vater in Ost-Berlin. Mit Martha, der Frau, die er liebte, fuhr er häufig zu dem Häuschen des Vaters vor der Stadt. Eines Tages fand Hans das Haus besetzt. Dies war der Beginn einer Geschichte, die sein Leben veränderte: In dem Haus wurde ein Mann gefangen gehalten. Der Vater und zwei seiner Freunde hatten herausgefunden, dass er Lageraufseher während des Krieges war. Nun verhörten sie ihn, schlugen ihn. Sie, die Überlebenden, glaubten eine Legitimation für ihr Handeln zu besitzen, wie sie nur Opfern zusteht. Hans ist zum Mitwisser geworden, und der Vater hielt ihn, weil er das Vorgehen missbilligte, für einen Feind. Jetzt, ein Jahr später, lebt der Vater nicht mehr. Hans wohnt inzwischen bei Martha, aber die Liebe ist erloschen. Er will nicht bleiben und weiß nicht, wohin. Um die Geschichte vom vergangenen Jahr, von der Entführung des Aufsehers und vom Tod seines Vaters, vergessen zu können, erzählt er sie.(Quelle: www.amazon.de)

Ein geniales Buch, das ständig zwischen erzählter und erlebter Ebene wechselt und sich auf besondere Weise der persönlichen Vergangenheitsbewältigung und einem damit verbundenen Missbrauch annimmt. Besonders erschütternd ist die Vermenschlichung der beiden deutschen Diktaturen "Drittes Reich" und "DDR". Und in jener Vermenschlichung findet der jüdische Autor Jurek Becker auch Gemeinsamkeiten zwischen beiden Diktaturen, die er auf literarisch raffinierte Weise andeutet und so den Leser zum Nachdenken über die angeblich heile Welt der Nachkriegszeit anregt.

Kommentare:

kathrin hat gesagt…

klingt nach interessanter Literatur, danke dir für den Tipp. Liebe Grüße von Kathrin

unikatbuch hat gesagt…

ich habe das Buch geschenkt bekommen, aber bis heute nicht gelesen.
So werde ich mal daran erinnert was noch alles in meinem Bücherregal schlummert ;-)
Danke für den Tipp

Anonym hat gesagt…

ich musste es lesen und kann euch sagen ihr habt nix verpasst
Flo